Wanderreise auf Korfu im Ionischen Meer vom 16. – 23. Oktober 2021

Durchhaltevermögen war am ersten Tag unserer Wanderreise gefragt, der alleine dem Flug von Stuttgart nach Korfu gewidmet war. Mit 4 Stunden Verspätung kamen wir sichtlich erschöpft und übermüdet nach langer Fahrt, spät nach Mitternacht in Asprokavos, ganz im Süden der Insel, an. Noch ein kleiner Imbiss und um halb 3 Uhr war endlich Nachtruhe angesagt.


Eine sehr lange und anspruchsvolle Wanderung, meist durch das Landesinnere, durch end-lose Olivenhaine, folgte am 1. Wandertag. Eine verdiente Mittagspause im malerischen Lefkimmi, an einem mit zahlreichen bunten Booten besetzten Kanal, der mit dem Meer verbunden ist, ließ uns die Schönheit und Gelassenheit der Insel erahnen. Zuletzt noch der atemberaubende Tiefblick auf den westlichen Küstenstreifen und nach einem abenteuerlichen Abstieg noch eine kleine Wanderung im heißen Sand zur Unterkunft in Strandnähe von Santa Barbara. Noch vor dem gemeinsamen Abendessen ließen es sich die meisten von uns nicht nehmen, ein erstes Bad im warmen Meer zu genießen. Beeindruckt waren wir schließlich von der freundlichen Gastgeberfamilie, dem reichlichen und sehr variantenreichen Abendessen und zum gelungenen Abschluß des Abends eine musikalische Darbietung des Gastgebers, ein heiterer Abend, unterstützt von Ouzo oder zwei.
Mit einer langen Küstenwanderung begann unser nächster Tag. Über Sanddünen, unter Felsklippen hindurch, sehr abwechslungsreich. Eine Erfrischung war fällig zur Mittagszeit an einem Beach-Point in Liegestühlen und unter Sonnenschirmen. Nach einer längeren Pirsch durch fast undurchdringliches Buschwerk endlich am Lake Korrision angekommen, einem großen Binnensee, konnten wir die zahllosen Flamingos am gegenüber liegenden Ufer bestaunen, aufgeschreckt, im Tiefflug elegant über die nahe Wasseroberfläche gleitend beobachten. Der Tag ging zu Ende in einer Unterkunft, die so nicht vorgesehen war, nach unserem Empfinden wohl noch ansprechender war bzgl. exzellentem Essen, Ambiente und der unendlichen Ruhe als die ursprünglich geplante Unterkunft, die überraschend geschlos-sen hatte.
Nachdem in der Vorwoche ein Unwetter mit Starkregen über die Insel hereingebrochen war, mußte am kommenden Tag die Wanderroute geändert werden, da ein Teilstück des vorgesehenen Wanderweges zerstört wurde. In den kleinen Ortschaften, durch die wir nun kamen, waren immer noch Schlammreste auf den Straßen, abgerutschte Hänge, Entwurzelungen, immer wieder zu sehen. Eine willkommene Einkehr am Ende der Umleitungsstrecke in Vouniatades ließ uns die ungebrochene Gastfreundschaft der Bewohner dieser heim-gesuchten Gegend spüren. Auch danach noch abenteuerliche Wege in unser nächstes Quartier in Benitses, jetzt am Ostufer der Insel gelegen, in dem wir 2 Nächte blieben.
Da es zum Ausruhen keinen Grund gab, fuhren wir alle am  nächsten Tag mit dem Bus in die Inselhauptstadt Corfu-City, die in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wurde, besichtigten die alte und die neue Festung, die berühmte und verehrte Kirche Agios Spiridon und natürlich die vielen kleinen Gassen der Altstadt, der Besuch eines der zahllosen Cafes inbegriffen. Auch ein Besuch des Schlosses Achillion, in dem einst Sissi loggierte, war für einige von uns eine Busfahrt wert. Ein hervorragendes, gemeinsames Essen in einem sehr gut besuchten Restaurant bildete, wie schon am Abend zuvor, den Abschluß dieser Wanderunterbrechung.
Anderntags eine lange Fahrt zum Startpunkt unserer nächsten Wanderung zurück zur Westküste der Insel. Einsame Landschaften, uralte Olivenbäume als pittoreske Hingucker, Weitblicke, so weit die Augen reichen. Nicht so schön anzusehen sind dagegen die Vermüllung der Landschaft, massenweise Autowracks in Gärten und in freier Landschaft, Flaschen, Becher, sonstiger Hausmüll, ganz und gar nicht schön, wohl unvermeidlich ohne entsprechende Müllabfuhr und  -verwertung. In Sinarades, nach gut 2 Dritteln des Weges, eine wohltuende Einkehr in einer der typischen Tavernen; ein geschäftstüchtiger, jedoch überaus freundlicher Wirt, der zu unseren Gunsten andere Gäste umsetzte, und in Folge eine lange Tischreihe ermöglichte, um darauf außerordentliche Köstlichkeiten zu servieren. Am Endpunkt der Wanderung in Pelekas eine kleine, typische Herberge. Zum Tagesabschluß noch eine kleine Wanderung zum Aussichtspunkt `Kaizer`s Throne` mit fantastischem Rundumblick über die halbe Insel und – zur rechten Zeit – ein spektakulärer Sonnenunter-gang überm Ionischen Meer.
Der letzte Wandertag begann wieder mit einer kleinen Küstenwanderung, die uns viele Höhenmeter kostete. Auch hier immer wieder unwegsame, steile und rinnenartige Wegeabschnitte, die Kraft und Aufmerksamkeit forderten. Ein kleiner Mischlingshund, wohl ohne festen Wohnsitz, begleitete uns auf dieser letzten Etappe über 24 km, bis wir ihn am Strand von Liapades an ein neues Herrchen abgeben konnten. Ein letztes Bad im Meer, ein Abendessen, teils unter freiem Himmel, eine kurze Nacht und wir mussten bereits wieder, nach einer außergewöhnlichen Wanderreise, in dieser Jahreszeit ohne den großen Touristenandrang, in einer phantastischen Landschaft mit malerischen Ortschaften, freundlichen Bewohnern, kulturellen Höhepunkten in Korfu-Stadt, am frühen Morgen des letzten Tages unsere Heimreise antreten.
Somit auch vielen Dank an den Summit-Club für die hervorragende Vorbereitung der Reise und an alle 14 Teilnehmer, die aus dieser Reise ein unvergessliches Abenteuer werden ließen.

Text und Fotos: Karl Ostermann