I ganget gern uff d’Kampenwand, wenn i mit moinr Wampn kannt…

Die Wampn von 3 Frauen und einem Mann Anfang Juli wurde ordentlich reduziert auf dem Weg von Aschau hoch zum Hochries mit der Hochrieshütte. Die Sicht war gleich null, da der Aufstieg im Wald erfolgte und die Regenwolken sich noch sanft erleichtern wollten. Die hohe Luftfeuchtigkeit lies schon die eine oder andere Schweissperle auf der Stirn sichtbar werden! Am nächsten Morgen war dies insofern besser, da die Wolken nun dicht hielten und wir somit kaum ins Schwitzen gerieten auf dem Kammweg zum Spitzstein. Eine kurze Diskussion auf welchem Weg wir den Gipfel erreichen wollten führte uns schließlich über den schwarz gekennzeichneten gesicherten NordwandSteig. Die Nässe am Untergrund machte diesen nicht leichter, aber wir bereuten unsere Entscheidung nicht. Der nun eingetretene  Sonnenschein verwöhnte uns am Gipfel mit Aussicht auf den Zahmen und Wilden Kaiser, Loferer Steinberge und im Tal Kufstein; wir trennten uns nur schwer um auf das Spitzsteinhaus abzusteigen.

Karin wählte nun einen Abstieg abseits der offiziellen Chiemgautour, um den Schotterweganteil am heutigen 3.Tag zu reduzieren. Im Bergsteigerdorf Sachrang führte uns der Weg geschickt am Dorfladen vorbei um sich dann zur Priener Hütte auf der gegenüberliegenden Talseite hoch zu schlängeln. Noch kurz vorher ein Bad in einem Weiher genossen kamen wir erfrischt dort an. Auch am 4. Tag war uns bald die Sonne hold und so war es ein Genuss den höchsten Punkt der Tour, den Geigelstein 1816 m ohne Rucksack einfache 100 m hoch zulaufen um dann an der kleinen Rossalm kurz einzukehren und nach dem Weitlahnerkopf zum Dalsensattel (wieder nordseitig und rutschig) zuerst gesichert, dann durch Latschen und Wald  abzusteigen. Der letzte Aufstieg zum Fuß der  Kampenwand forderte nochmals die Wampn heraus, da es wieder hohe Luftfeuchtigkeit gab, die allerdings sehr schöne und viele Orchideen am Wegrand optimale Bedingungen geschaffen hat.

Gerade rechtzeitig an der Sonnenalm angekommen kam das Gewitter und es regnete dann sehr heftig. Am letzten Tag verwöhnte uns nochmals die Sonne um die Kampenwand zu erklimmen. Da es uns noch nicht reichte, umrundeten wir noch den Ostgipfel auf den leichten Steiganlagen, die aber wieder mit dem feuchten Untergrund unsere Konzentration erforderte.

Wer hätte es zu Anfang gedacht, dass wir trotz der feuchten Wetterprognosen komplett trocken durch diese Tage gewandert sind mit immer wieder anderen Ansichten der Kampenwand. Ja das Chiemgau ist schon eine Tour wert.

Bericht und Bilder von Karin Graf