DAV-Wanderreise Cinque Terre vom 04.05. – 11.05.2019

Eine wundervolle Wanderwoche in den Cinque Terre mit 6 erlebnisreichen, auch anspruchsvollen Wanderungen ging viel zu schnell zu Ende. Dazu beigetragen hat unser Standorthotel Clelia in Deiva Marina, das bestens gelegen war zwischen Meer und Bahnhof, das uns darüber hinaus mit einer Vielzahl köstlicher, landestypischer Mahlzeiten verwöhnt hat.

                 
Die kleine Eingehtour am 1. Tag endete mit leichtem Regen, doch gab sie uns einen Vorgeschmack  auf die Schönheit der Landschaft mit den zahllosen Ausblicken auf die markante Küstenlinie und auf die malerischen Küstenorte, die sich im Kerngebiet der Cinque Terre wie Perlen aneinander reihen. Schon am 2. Tag wurden wir belohnt mit einem traumhaften Blick vom Monte di Portofino aufs Meer, auf den Golf vor Nervi und auf den Golf vor Rapallo. Dann das 1. Highlight am Ende der Wanderung in einer kleinen Bucht mit der Benediktinerabtei San Fruttuoso. Zu aller Erleichterung brachte uns ein kleines Ausflugsschiff nach Portofino, das wir auf diese Weise vom Wasser aus und dann zu Lande genießen konnten.
Ein langer Tag bei schönstem Wanderwetter stand uns dann am nächsten Tag bevor, der in Monterosso begann, dann mautpflichtig in Halbhöhenlage mit traumhaften Ausblicken zum Meer weiterführte. Steile Treppen, schmale Mauerpfade, teils felsige Passagen waren eine Lust, die aber an diesem Tag tausende Wanderer oft in halsbrecherischem Begegnungsverkehr mit uns teilten. Dieser erste Teil des spektakulären Küstenweges endet in Vernazza, alle weiteren sind aktuell gesperrt. Deshalb eine kurze Bahnfahrt nach Corniglia und schon ging es wieder auf steilen Treppen hoch hinaus in die ´2. Etage` mit noch eindrucksvolleren Tiefblicken aufs Meer, mit einer verdienten Einkehr in Volastra und zuletzt steil bergab zu unserem Etappenziel Manarola tief unten auf Bahnhöhe und knapp überm Wasser. So gingen wir den nächsten Tag etwas ruhiger an. Dabei zunächst Monterosso angucken und dann wieder steil hinauf zur Wallfahrtskirche Madonna di Soviore und zum Rom-Pilgerhospiz Soviore, das bewohnt und bewirtschaftet wird. Anschließend wieder ein beispiellos bezaubernder Höhenweg und weiter steil abwärts nach Vernazza mit einer kleinen Ortsbesichtigung und wärmendem Trunk in malerischem Ambiente, bevor es wieder mit dem Cinque Terre – Express zurück nach Deiva Marina ging.
Ein absoluter Höhepunkt war dann die lange Wanderung über die halbe Küstenlinie von Riomaggiore zum südlichsten Punkt unseres Erwanderungsgebiets nach Portovenere. Faszinierend die Stadtanlage von Riomaggiore mit einer extrem steilen Hauptstraße, auf der sich kaum 2 Lieferwagen begegnen können, und auch nur dann am Morgen, wenn noch nicht die Auslagen der Läden und die Außenbewirtungen im Wege stehen. Am Ortsende begann der spektakuläre Aufstieg auf holprigen Wegen und  steilen, unregelmäßigen Treppen durch Olivengärten, an Weinreben und kleinen Villen in Traumlagen vorbei zum Colle del Telegrafo auf 513 m Meereshöhe mit Belohnung im urigen Wirtschäftle daselbst. Mit genügend Flüssigkeit versorgt, schlängelte sich unser Weiterweg durch lichten Wald fort, zuletzt sehr steil abwärts zum kleinen Ort Campiglia mit kleiner Kirche. Dort begann der schönste Teil all unserer Wanderungen mit spannenden Wegpassagen. Immer wieder konnten wir den Blick zurück zu den 5 Dörfern der Cinque Terre richten und voraus weiter nach Süden auf das Kapgebirge vor Portovenere und zur Insel Palmaria. Am Ende des traumhaften  Höhenweges begann dann der lange Abstieg nach Portovenere, meist sehr steil mit hohen Treppen- und Felsabsätzen, die über die Maßen Konzentration einforderten. Und dennoch immer wieder Blicke auf La Spezia, auf die Bucht mit zahlreichen Segelbooten, auf 2 riesige Kreuzfahrtschiffe und auch auf Austernbänke in jeglicher Größe und Anordnung. Schließlich im alten Hafen mit traumhafter Häuserkulisse gelandet, mussten wir leider zur Kenntnis nehmen, daß unsere geplante Schifffahrt zurück nach Monterosso wegen zu hohen Seegangs ausfallen mußte. Nochmals also Busfahrt nach La Spezia und lange Zugfahrt zurück nach Deiva Marina. Ein Tag voller Höhepunkte ging bei absolut schönem und sonnigem Wanderwetter zu Ende. So war es nur verständlich, daß wir am letzten Tag nochmals eine Genußwanderung einlegen wollten, die nicht zu lange war, in Lavento begann und an der Strandpromenade von Monterosso endete. Wir hatten nun Zeit und so durfte am Ende unserer Wandertage auch ein geselliges Bierchen im Strandcafe nicht fehlen.  Damit hatten wir 6 wandervolle Tage in den Cinque Terre erleben dürfen, wir haben die einst unzugänglichen Dörfer bewundern können, wir sind die ganze Woche in meist überfüllten Zügen unterwegs gewesen, wir waren eine fröhliche, 16-köpfige Wandergemeinschaft, die sich bestens verstand und die sich jeden Abend am reichlich gedeckten Tisch im Hotel Clelia zusammenfand, um den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen, sich zu erzählen und zu lachen. Wir werden die Tage nicht so schnell vergessen und noch lange von den positiven Eindrücken zehren können. So sind wir gewiss, daß wir uns im nächsten Jahr wiedersehen werden, an Orten, die ebenso beeindrucken werden wie die Cinque Terre und vielleicht noch mehr.

Text und Bilder: Karl Ostermann