DAV-Klettersteigausfahrt ins Kleine Walsertal vom 20.-21.09.2019

Wir hatten ein perfektes Wochenende erwischt, was für Ende September nicht unbedingt zu erwarten war. Also fuhren wir frühzeitig in der Heimat los und waren somit pünktlich zur Kanzelwandbahnöffnung in Riezlern angekommen. Bei strahlend blauem Himmel und hemdsärmeligen Temperaturen starteten wir unverzüglich zum Einstieg des 2-Länder-Sport-Klettersteigs auf der Ostseite der Kanzelwand, die somit noch zum Teil im Schatten lag. Gleich von Anfang an ging es ordentlich zur Sache, senkrechte Felspartien, teilweise überhängend, sind die Regel, Trittflächen sind spärlich, von Plätzchen zum Ausruhen ganz zu schweigen, Armkraft ist gefragt. Nach ca. 2 Stunden war der Kletterspaß auf dem Gipfel der Kanzelwand schon zu Ende. Hier oben eine tolle Rundumsicht, die wir allerdings mit vielen anderen Touristen teilen mussten. Dann noch einmal zurück zur Bergstation, da wir dort unsere Rucksäcke deponiert hatten.

Kurze Erfrischung und weiter zur Fiderepaßhütte, die wir nach 2 ½ Stunden gegen 17.00 Uhr erreichten. Immer noch strahlend blauer Himmel und warm, die riesige Terrasse  war dementsprechend noch total bevölkert. Mit 150 Übernachtungsgästen war die Hütte natürlich voll ausgebucht. Am nächsten Tag ließen wir uns Zeit. Um 8.30 Uhr ging`s dann los zum Einstieg des Mindelheimer Klettersteigs, den wir nach ca. 1 Stunde erreichten. Wir hatten jetzt volles Gepäck dabei. Es begann eine ausgiebige, angenehme Kletterei, die es im klassischen Sinn verdient, so genannt zu werden mit erfolgreicher Trittsuche im Fels, man konnte auch die Hände benutzen und nicht nur zum Festhalten am Seil. Große Ausdauer war dennoch gefragt, da die Schafalpenköpfe tatsächlich aus mehreren Köpfen bestehen. Angenehmes Klettern nach oben, und weniger angenehm wieder nach unten in die nächste Einsattelung und dann wieder nach oben, usw. Wir hatten wieder optimales Wetter ( vielleicht zu viel Sonne ), der Steig war entsprechend gut besucht, selten auch mit Gegenverkehr. Nach 4 Stunden waren wir durch  und an der Kemptner Scharte angekommen. Jetzt begann der lange Abstieg durch das Wildental auf einem nicht enden wollenden Serpentinenweg. Im Tal angelangt, gönnten wir uns die erste Rast des Tages bei einem Almbesuch und einer Maß saures Radler. Ein herrlicher Höhenaussichtsweg führte uns schließlich zurück nach Riezlern, wo wir pünktlich um 18.00 Uhr den Parkplatz erreichten. Damit ging eine erfüllende Klettersteigausfahrt zu Ende, es hatte alles gepasst, das Wetter war hervorragend, wir sind alle gesund wieder heim gekommen, und so waren wir 5 Klettersteigler  uns einig, dass es eine Wiederholung – in ähnlicher Form – geben wird.

Text und Fotos: Karl Ostermann