Lange geplant und voller Erwartung reiste unsere 3-köpfige DAV-Gruppe im Frühjahr mit Hauser- Exkursionen zum Trekking nach Nepal. Unser Ziel: Die Umrundung der Annapurna, der meist begangenen und 220 km langen Trekkingroute der Welt.
Bereits am Folgetag nach unserer Ankunft in der 1,7 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt Kathmandu fuhren wir mit dem Bus zu unserem Ausgangspunkt nach Besisahar (750 m). Dem Fluss Marsyandi folgend, führte uns der Weg durch alle Vegetationsstufen hindurch, hinauf bis auf den 5.415 m hoch liegenden Pass Thorong La. Anfangs durch Reisfelder, dann Nadelwald, irgendwann Wacholder und Zypressen, Berberitzenbüsche und schließlich nur noch Stein und Eis. Jeden Meter den wir höher stiegen, wurde auch die Luft dünner. Die körperliche Belastung, verursacht durch den geringen Sauerstoffgehalt der Luft, ließ den Respekt vor den Höhenbergsteigern nur noch größer werden. Die Aussicht war großartig: Manaslu, Annapurna und Dhaulagiri in nächster Nähe. Nach 1700 Höhenmetern Abstieg in den Pilgerort Muktinath war die schwierigste Etappe des Trekkings geschafft.

Dem Kali Gandaki flussabwärts folgend erreichten wir am 15.Tag Tatopani mit seinen heißen Quellen. Auf diesem Streckenabschnitt verläuft seit kurzem eine unasphaltierte staubige Straße mit Busverkehr. Die Trekkingroute verläuft glücklicherweise meist abseits. In der Gegend um Marpha wachsen zahlreiche akkurat geschnittene Apfelbäume, aus dessen Äpfeln Saft, Most und getrocknete Apfelringe hergestellt werden. Aus Sanddorn wird Sirup hergestellt.
Der hinter Tatopani beginnende Anstieg über 1700 Höhenmeter war anstrengender als erwartet, wurde jedoch durch einen herrlich rot blühenden Rhododendronwald zum Erlebnis. Die 1-stündige Besteigung des Poon Hill (3.210 m) zum Sonnenaufgang wurde mit einem grandiosen Fernblick auf Dhaulagiri, Annapurna und Machhapuchare belohnt. Nach weiteren 2 Tagen erreichten wir über Deorali am 18.Tag den Endpunkt des Trekkings in Birethanti (1.000 m).
Der Rückflug von Pokhara nach Kathmandu ersparte und die lange Busfahrt. In den letzten 2 Tagen besuchten
wir die für ihre Holzschnitzereinen bekannte alte Königsstadt Bhaktapur mit zahlreichen Hindu-Tempeln und der höchsten Pagode Nepals.
Nach 3 Wochen kehrten wir in den deutschen Frühling zurück - im Gepäck unsere Erinnerungen an eine einzigartige Berg- und Kulturlandschaft mit ihren gastfreundlichen Bewohnern.