Genußtour ohnegleichen im April 2011
Pünktlich um 7 Uhr verlässt die kleine Gruppe von 7 Wanderern Pläschba (Pliensbach) bei angenehmer Kühle. Bad Boll ist bald erreicht, danach geht es gleich steil bergauf Richtung `Deutsches Haus`. Zuvor noch wird das zum Bannwald erklärte Teufelsloch durchschritten. Noch vor Häringen haben wir einen ersten großen Blick auf das unendliche Blütenmeer der zahllosen Kirsch-, Apfel- und Birnenbäume. Dieser setzt sich fort beim Michaelshof über Hepsisau, gegenüber erblicken wir den markanten Mörikefelsen.
Wir erreichen nach ca. 4 Stunden Gehzeit über das Zipfelbachtälchen das Randecker Maar, und legen dort eine erste größere Vesperpause ein. Es ist bald Mittag, die Temperatur wird angenehm warm. Die Wanderer werden zahlreicher. Vorbei am Otto-Hoffmeister-Haus durchqueren wir das Schopflocher Moor, es wird wieder einsamer, die Landschaft zeigt sich frisch und prächtig. Erst an der Ruine Rauber werden die Ausflügler wieder zahlreicher. Der anschließende Aufstieg zum Teckberg gleicht einer Prozession. Es ist nun fast zu warm, die Sonne strahlt. Am `Gelben Felsen` wird schon geklettert, von dort haben wir einen phantastischen Blick aufs Blütenmeer im Lenninger Tal. Wir meiden den Umtrieb auf der Teck, gehen gleich weiter, und erreichen kurz danach den Wanderparkplatz beim `Hörnle`. Der Andrang auf der Grillwiese ist unbeschreiblich, ein extra herbeigezogener Kioskwagen bietet Getränke, Heiße Rote und Kuchen
Wir umrunden das ´Hörnle´, der Blick reicht nun bis zum Schurwald, zu den 3 Kaiserbergen und zum Fernsehturm in Degerloch. Es beginnt der lange Abstieg nach Bissingen, die Sonne brennt gnadenlos, der Durst wird größer. Wir umrunden die Limburg, streifen Weilheim und mühen uns ein letztes Mal aufwärts über die Wolfsscherre nach Aichelberg. Ein letzter grandioser Blick nach Westen zur leise tosenden Autobahn und zum Fernsehturm lässt diese Wanderung in der Abendsonne unvergesslich in Erinnerung, zumal auch der genussreiche Abschluß im Höhenrestaurant Waldeck diesen Tag perfekt abrundet. Die restlichen Meter nach Pliensbach sind nicht mehr tragisch. Nach mehr als 46 km, ca. 11 Stunden Geh- und Rastzeit, knapp 1500 Höhenmetern, hochsommerlichen Frühlingstemperaturen, viel Sonnenschein, angenehmem Marschtempo und musischen Pausen war der Wandel von einer Konditionstour zur Genußtour mühelos
Karl Ostermann



